Klinik für Pferde
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Fohlenintensivmedizin

 

 ponykus
Normalerweise sind Fohlen nach der Geburt gut an ihre Umgebung angepasst und die natürlichen
Abläufe finden ganz automatisch statt. Dabei kann man sich an der 1-2-3-Regel orientieren.

 

Der 1-2-3-Regel

  • innerhalb von 1 Stunde: erstes Aufstehen
  • innerhalb von 2 Stunden: erste Milchaufnahme mit wichtigen kolostralen Antikörpern (Kolostrum, Biestmilch)
  • innerhalb von 3 Stunden: Abgang der Nachgeburt
  • Mekoniumabgang und Harnabsatz sollten innerhalb von 8 Stunden erfolgen

… Was aber, wenn es nicht so klappen will?
Ursachen für eine Verzögerung dieser lebenswichtigen Abläufe sind z.B.:

  • Plazenta-Unterfunktion
  • Schwergeburt mit zeitweiser Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen
  • Plazentitis (Entzündung)
  • Kontamination/Infektion des Fohlens während der Geburtsphase
  • Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Achse

Um trotzdem die Adaptation an das Leben außerhalb der Stute zu ermöglichen, brauchen diese Fohlen eine Anschubhilfe. Für diese Anschubhilfe haben wir ein komplettes Intensive-Care-Team aus kompetenten Mitarbeitern der Klinik für Pferde und aus Studierenden der Tiermedizin zusammengestellt.

  • Nehmen Sie unbedingt vorher Kontakt mit uns auf: 089 - 2180 2627 

Über den Vorbericht, die Tragezeit und die klinische und labormedizinische Untersuchung kann abgeschätzt werden, wie intensiv die Anschubhilfe für das Fohlen ausfallen muss. Häufig braucht die Gehirnfunktion noch einige Tage, um völlig auszureifen, was allerdings große Folgen für die Atmung, das Herz-Kreislaufsystem und die Magen-Darm-Beweglichkeit hat.

Unser Team verfügt über großes Wissen und technisches Know-how, und wir freuen uns über jeden dieser kleinen Patienten! 


Information für Pferdezüchter

Die Zuchtsaison 2019 steht vor der Tür. Daher sollten Sie sich überlegen welcher Hengst und welche Methode (Natursprung, künstliche Besamung, Embryotransfer) für Ihre Stute am geeignetsten sind. Dabei sind insbesondere das Alter und die bisherige Zuchtnutzung der Stute von entscheidender Bedeutung, ebenso wie die Verfügbarkeit und Samenqualität des Hengstes. Bei dieser wichtigen Entscheidung beraten wir Sie gerne (Kontaktdaten siehe unten).

fig1pferdezuechter

Fig. 1: Uterustupfer (Ba

kteriologische)

Vorher kann die Zuchttauglichkeitsuntersuchung Ihrer Stute der Feststellung der Geschlechtsgesundheit dienen und Aufschluss geben hinsichtlich der Prognose auf ein gesundes Fohlen. In der Regel sollte eine solche Untersuchung am Anfang der Saison(Februar/März) und vor einer geplanten Belegung stattfinden. Insbesondere bei Stuten mit gestörtem Puerperium, Stuten, die in der letzten Saison güst geblieben sind, oder älteren Maidenstuten ist eine Zuchttauglichkeitsuntersuchung unbedingt anzuraten. Die Untersuchung umfasst nach der Erhebung eines gründlichen Vorberichtes sowie der allgemeinen Untersuchung die spezielle gynäkologische Untersuchung. Dazu gehören die Beurteilung des äußeren Genitale, die rektale Palpation und Sonographie sowie eine vaginale Untersuchung mit einem Spekulum. Wenn nötig, werden weiterführende

Untersuchungen (bakteriologische und mykologische Untersuchung eines Uterustupfers, Zytologie, gegebenenfalls eine Endometriumsbiopsie) durchgeführt. Das weitere Management Ihrer Stute richtet sich nach der gewählten Belegungsmethode. Insbesondere bei der Verwendung von gefrierkonserviertem Sperma sollten die Stuten in der Rosse alle 6 Stunden untersucht werden, um den

Besamungszeitpunkt optimal bestimmen zu können und somit die besten Trächtigkeitsergebnisse zu erzielen.

fig2pferdezuechter

Fig. 2 : Ultraschallbild einer Stute mit belegundsinduzierter Endometritis.
Man kann deutlich die Flüssigkeitsansammlung (schwarz) und Ödematisierung im Uterushorn sehen.

Unabhängig davon, ob die Stute im Natursprung gedeckt oder künstlich besamt wurde, ist es empfehlenswert 24 Stunden später eine erneute gynäkologische Untersuchung durchzuführen, um zu überprüfen, ob die Ovulation stattgefunden hat und eine sogenannte belegungsinduzierte Endometritis (PBE=post breeding endometritis) auszuschließen. Dabei h

andelt es sich um eine primär physiologische Reaktion der Gebärmutter, die nicht länger als 24 Stunden bestehen

sollte und zu einer verminderten Fertilität der Stute führt, wenn sie nicht behandelt wird. Eine Trächtigkeitsuntersuchung bei der Stute kann heutzutage aufgrund guter diagnostischer Möglichkeiten (Ultraschall) bereits ab dem 14. Tag, in der Regel jedoch zwischen 16. und 18. Tag nach der Ovulation erfolgen.

Damit ist gewährleistet, dass eine Stute, die nicht aufgenommen hat, noch in der darauffolgenden Rosse wieder besamt werden kann. Bei einer sog. Doppelovulation (bei der mehr als ein Follikel zum Eisprung gelangten) ist es günstig die Trächtigkeitsuntersuchung schon früher(vor dem 16. Tag) durchzuführen, um bei Zwillingsträchtigkeit die Möglichkeit zu haben rechtzeitig einzugreifen und diese zu einer Einlingsträchtigkeit zu reduzieren(mittels „Abdrücken“ einer Fruchtanlage).Des Weiteren wird empfohlen, nach dem 40. Trächtigkeitstag (d.h. nach Abschluss der frühembryonalen Phase) eine weitere Untersuchung anzuschließen, um eine mögliche frühembryonale Resorption (unbemerkter Abgang der Frucht) zu diagnostizieren. Bei sämtlichen Störungen in der weiteren Trächtigkeit (z.B. durch Ausfluss aus der Scheide, frühzeitige Euteranbildung und Laktation) sollte zu jedem Zeitpunkt der Trächtigkeit unverzüglich eine Kontrolluntersuchen durchgeführt werden, um einen Abort zu vermeiden durch entsprechende Therapie zu vermeid

en.

Wichtiger Hinweis!!! Die Fohlenintensivbehandlung findet weiterhin an unserer zentralen Stelle (Klinik für Pferde, Innere Medizin und Reproduktion, Veterinärstraße 13, 80539 München) statt. Wenn Sie uns ein erkranktes Fohlen bringen möchten, melden Sie sich bitte vorher unter der zentralen Nummer (089-21802627) bei uns an.

Zusätzliche Informationen zum Embryotransfer beim Pferd finden Sie auf unserer Webseite. Bei weiteren Fragen zu diesem Thema beraten wir Sie gerne telefonisch (089-21802627/-2613).

Klinik für Pferde
Telefon: 089-2180-26 27
klinik@pferd.vetmed.uni-muenchen.de

 

Spenden3Des Weiteren freuen wir uns über Spenden im Sinne von ausrangierten Handtüchern und Babydecken für unsere kleinen Patienten. Diese können gerne in dem Klinikbüro Pferd  Veterinärstraße 13, abgegeben werden.