Klinik für Pferde
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Stute Informationen

Zuchttauglichkeitsuntersuchung

Künstliche Besamung (TG-Samen, FS-Samen, Nativsamenübertragung)

Trächtigkeitsuntersuchung

Embryotransfer

Gynäkologische Erkrankungen der Stute

Geburtsüberwachung (nach Absprache)

 

 

 

Zuchttauglichkeitsuntersuchung

Die Zuchttauglichkeitsuntersuchung Ihrer Stute dient der Feststellung der Geschlechtsgesundheit und kann Aufschluss geben hinsichtlich der Prognose, dass Ihre Stute nach erfolgreicher Besamung die Trächtigkeit auch auszutragenvermag. Inder Regel sollte eine solche Untersuchung am Anfang der Saison(Februar / März)und vor einer geplanten Belegung stattfinden. Des Weiteren sollte eine Zuchttauglichkeitsuntersuchung im Rahmen einer Ankaufsuntersuchung stattfinden, sofern der Ausschluss von der Zucht des Tieres nicht ausschließlich vertraglich festgehalten ist. Dadurch können mögliche Ursachen von Fruchtbarkeitsstörungen rechtzeitig erkannt und gegebenenfalls behandelt werden.

Bei der speziellen gynäkologischen Untersuchung der Stute, die auch Zuchttauglichkeitsuntersuchung genannt wird, wird vom Tierarzt eine gründliche Befunderhebungan denäußeren sowie der inneren Geschlechtsorgane mittels rektaler Untersuchung und Ultraschalluntersuchungdurchgeführt. Darüber hinaus kann die Zuchttauglichkeitsuntersuchungweiterführende bakteriologischeUntersuchungenmittels Tupferproben-Entnahme(s. Foto), zytologische Untersuchungenmittels Cytobrush-Entnahme (s. Foto) sowie gegebenenfalls eineBiopsie-Entnahme(s. Foto)zur Beurteilung der Gebärmutterschleimhautund eventuellhormonanalytische Untersuchungen umfassen.

 Biopsiezange      
     Biopsiezange
(histologische Untersuchung)    

Tupfer     
         Tupfer
(bakteriologische Untersuchung)

Cytobrush
        Cytobrush
(zytologische Untersuchung)
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Künstliche Besamung (TG-Samen, FS-Samen, Nativsamenübertragung)

An der Pferdeklinik, Abteilung Innere Medizin und Reproduktion,der LMU München bieten wir Ihnen eine komplette Betreuung rund um die Besamung Ihrer Stute an. Während Sie die Auswahl bezüglich des zu Ihrer Stute optimal passenden Hengstes treffen, stehen wir Ihnen hinsichtlich der Organisation und tierärztlichen Beratung zur Besamung Ihrer Stute jederzeit zur Verfügung. Wir bieten Ihnen die Besamung mit gekühltem Versandsamen und Tiefgefriersperma an und beraten Sie gerne, welche Art von Samen für Ihre Stute am besten geeignet ist. Des Weiteren können wir auch von Ihremeigenen Hengst hier vor Ort Samen gewinnenund eine Frischsamenübertragung auf Ihre Stute durchführen(siehe „Spermagewinnung für Nativsamenübertragung“ beim Hengst).

Neben der Besamung an sich ist auch das Management der Stute vor und nach einer Besamung von wesentlicher Bedeutungfür eine erfolgreiche Trächtigkeit. Wie intensiv dies bei Ihrer Stute durchgeführt werden muss, wird vorab in der Eingangsuntersuchung (siehe Zuchttauglichkeitsuntersuchung) entschieden und besprochen. Stuten, die auf eine Besamung mit einer starken Flüssigkeitsansammlungin der Gebärmutterreagieren, sollten zum Beispiel intensiver untersucht und möglichstoptimal (d.h. zeitnah zur Ovulation und nicht öfter als nötig) besamt werden. Des Weiteren empfehlen wirbei allen Stuten nach der Besamung eine Kontrolle der Gebärmutter durchzuführen um bei etwaiger Flüssigkeitsansammlung rechtzeitig therapeutisch eingreifenzu können.

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Trächtigkeitsuntersuchung

Eine Trächtigkeitsuntersuchung bei der Stute kannheutzutageaufgrund guter diagnostischer Möglichkeiten (Ultraschall) bereits ab dem 14. Tag, in der Regel jedoch zwischen 16. und 18. Tag nach der Ovulation erfolgen. Damit ist gewährleistet, dass eine Stute, die nicht aufgenommen hat, noch in der darauffolgenden Rosse wieder besamt werden kann. Bei einer sog. Doppelovulation (bei der mehr als einFollikel zum Eisprunggelangten) ist es günstig die Trächtigkeitsuntersuchung schon früher(vor dem 16. Tag) durchzuführen, um bei Zwillingsträchtigkeit die Möglichkeit zu haben rechtzeitig einzugreifen und diese zu einer Einlingsträchtigkeit zu reduzieren(mittels „Abdrücken“ einer Fruchtanlage).Des Weiteren wird empfohlen, nach dem 40. Trächtigkeitstag (d.h. nach Abschluss der frühembryonalen Phase) eine weitere Untersuchung anzuschließen, um eine mögliche frühembryonale Resorption (unbemerkter Abgang der Frucht) zu diagnostizieren.Bei sämtlichen Störungen in der Trächtigkeit (z.B. durch Ausfluss aus der Scheide) sollten zudem zu jedem Zeitpunkt in der Trächtigkeit Kontrolluntersuchen durchgeführt werden, um einen Abort zu vermeiden.

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Embryotransfer

Embryotransfer

Der Embryotransfer hat sich in den letzten Jahren auch in der Pferdezucht zunehmend etabliert. Der Embryotransfer als Reproduktionstechnik beinhaltet die Embryonengewinnung aus der Gebärmutter der Empfängerstute, die Beurteilung der so gewonnenen Embryonen sowie die Übertragung eines Embryos auf eine geeignete Empfängerstute. Diese Technologie eignet sich besonders für Stuten, die aufgrund überdurchschnittlich hoher Eigenleistung zur Zucht verwendet werden sollen, dabei aber nicht aus dem Trainings-bzw. Tunierbetrieb genommen werden sollen. Daneben können dadurch Stuten, die aus Alters-oder Gesundheitsgründen kein eigenes Fohlen mehr bekommen können bzw. durch vermehrtes Resorbieren oder Abortieren aufgefallen sind, noch für die Zucht genutzt werden. Des Weiteren hat man die Möglichkeit mehr als ein Fohlen pro Saison aus einer Stute zu erzeugen.

 

Im Gegensatz zum Rind funktioniert beim Pferd die sogenannte Superovulation (= Heranreifen mehrerer Eibläschen mit anschließendem Eisprung) bis heute nicht zufriedenstellend. Bei der Stute wird daher pro Spülung nur ein Embryo erwartet. Bei Vorliegen einer Doppelovulation können eventuell zwei Embryonen erspült werden. Die Spülung des Embryos kann bei der Spenderstute am 6., 7. oder 8. Tag nach dem Eisprung erfolgen. Nach Beurteilung der Qualität des gewonnenen Embryos erfolgt die Übertragung auf eine synchronisierte Empfängerstute (d.h. eine sich durch medikamentelle Eingriffe im gleichen Zyklusstand befindliche Stute). Das Einfrieren von Embryonen ist prinzipiell auch möglich. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass die Trächtigkeitsraten nach Übertragung von frischen Embryonen deutlich besser sind als nach Übertragung eingefrorener Embryonen. Aufgrund ihrer besonderen Struktur und der hohen Wachstumsrate gestaltet sich das Einfrieren von Pferdeembryonen schwieriger als bei Rinderembryonen. Sollten Sie Interesse am Embryotransfer haben, beraten wir Sie jederzeit gerne.

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Gynäkologische Erkrankungen der Stute

 Die Gynäkologie der Stute ist nicht gleichbedeutend mit der Pferdezucht. Leider haben Stuten immer wieder Probleme trächtig zu werden oder leiden unter Erkrankungen des Reproduktionstraktes.Im Folgenden werden die häufigsten gynäkologischen Probleme der Stute genannt und erklärt:

-Endometritis

-Endometrose

-Ovartumor

-Nachgeburtsverhaltung

Endometritis

Unter Endometritis versteht man eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut(=Endometrium). Grundsätzlich unterscheidet man zwischen infektiösen und nicht-infektiösen Endometritiden.Ursache einer infektiösen Endometritis sindmeist aerobe (sauerstoffabhängige) Keime.Dazu zählen in ersterLinie Streptokokkus zooepidemicus, Escherichia coli sowie in geringerem Maße Pseudomonaden, Klebsiellen, Staphylokokkus aureusund Hefen bzw. Pilze. Davon betroffeneStuten weisen meist eine Flüssigkeitsfüllung des Uterus, eventuell vaginalen Ausfluss(der sich auch an der Innenseite der Hinterbeine oder unter der Schweifrübe zeigen kann)und/oder einen positiven bakteriellen Befund im Uterustupfer auf. Bei betroffenen Stuten kommt es in der Regel nicht zu einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens, wodurch eine solche Erkrankung zunächst erst mal nicht auffallen kann. Wichtig ist es diese Erkrankung möglichst frühzeitig, d.h. vor einer möglichen Besamung zu entdecken und zubehandeln, da es sonst nicht zu einer Aufnahme kommen kann bzw. die Entzündung durch die Besamung/Bedeckung noch verschlimmert werden kann. Die Therapie einer solchen Erkrankung erfolgt in der Regel mittels mehrfacher Gebärmutterspülungen (mit physiologischer Kochsalzlösung), die Gebärmutter kontrahierenden Medikamenten sowie einer dem Tupferbefund entsprechenden systemischen Antibiose. Nach erfolgreicher Therapie kann die nächste Rosse zur Besamung genutzt werden.Unter nicht-infektiöse Endometritiden fallen vor allem die sog. Besamungs-induzierteEndometritis (postbreeding endometritis, PBE, oder post mating induced endometritis, PMIE) sowie die chronisch-degenerativen Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrose, s.d.). Eine entzündliche Reaktion des Endometriums auf eine Besamung ist als physiologisch anzusehen, sobald diese innerhalb von 6-12 h nach der Besamung nicht mehr nachzuweisen ist (z.B. mittels Ultraschall-Untersuchung). Falls eine Stute nach über 12 h nach der Besamung noch Flüssigkeit im Uterus aufweist, sollte sie behandelt werden, um trotzdem eine Trächtigkeit zu ermöglichen. Da der Embryo erst am 6.Tagnach der Ovulation den Uterus erreicht, kann direkt nach einer Besamung einige Tage die Gebärmutter gespült werden, um dem Embryo dann einen „sauberen“ Uterus für die weitere Trächtigkeit zur Verfügung zu stellen. Außerdem kann vor und nach der Besamung mit entsprechenden Medikamenten die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Trächtigkeit erhöht werden. Falls Ihre Stute zu solch einer Problematik rund um die Besamung neigt, sollten Sie uns darüber rechtzeitig in Kenntnis setzen,
damit wir rechtzeitig eine entsprechende Therapie(eventuell bereits vor der Besamung)einleiten können.

 

Endometrose

Unter Endometrose versteht man eine degenerative (= funktionelle und strukturelle Abweichung von der Norm) Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut. Diese ist bei der Stute irreversibel (nicht therapierbar), kann aber durch optimales Besamungsmanagement oft trotzdem zu einer Trächtigkeit führen.Sie kommt vor allem bei älteren Stuten (> 13 Jahre), die noch kein Fohlen zur Welt gebracht haben, vor. Um diese Erkrankung bei einer Stute zu diagnostizieren, muss man eine Gewebsprobe von der Schleimhaut der Gebärmutter entnehmen (=Biopsie). Dies ist für Ihre Stute absolut schmerzfrei und wird ohneBetäubung im Stehen mit Hilfe einer sog. Biopsiezange entnommen. Günstig ist es, wenn Ihre Stute dazu in der Rosse ist, damit der Zugang zur Gebärmutter durch den Muttermund möglich ist. Die Gewebsprobe wird in ein darauf spezialisiertes, histologisches Labor geschickt, welches aufgrund der erhobenen, histologischen Befunde eine Prognose hinsichtlich der Aufnahme und des Erhalts einer Trächtigkeit bei Ihrer Stute geben kann(Prognose auf ein lebendesFohlen). Anhand des Ergebnisses dieser Biopsieprobe kann man dann gemeinsam weitere Vorgehensweise und Möglichkeiten der Besamung besprechen. Die auf die Biopsieentnahme folgende Rosse kann dann wieder zur Besamung genutzt werden.

 

Ovartumor

Der Ovartumor der Stuteist der häufigste Tumor im Reproduktionstrakt des Pferdes und zählt zu den drei häufigsten Neoplasien des Pferdes allgemein. Zum Glück sind solche Veränderungen an den Eierstöcken des Pferdes meist gutartig. Sie können allerdings zum Teil mit erheblichen Verhaltensänderungen der Stute einhergehen (Unrittigkeit, Hengst-artiges Verhalten, kolikartige Beschwerden etc.). Eine genaue gynäkologische undultrasonographische Untersuchung Ihrer Stute, eventuell kombiniert mit Hormonanalysen im Blut, können recht schnell Aufschluss über eine solche Erkrankung geben. Therapeutisch ist das Mittel der Wahl die operative Entfernung des betreffenden Ovars(dies kann laparoskopisch am stehenden Pferd durchgeführt werden). Da sich das verbleibende Ovar recht schnell von derBeeinträchtigung (aufgrund hormoneller Imbalancen) erholt, können Stuten auch mit nur einem Eierstock noch gut tragend werden und in der nächsten Saison wieder besamt werden.

 

Nachgeburtsverhaltung

Die Nachgeburtsverhaltung zählt zu einer der häufigsten Probleme rund um die Geburt der Stute, ist jedoch (vor allemverglichen mit dem Rind) beim Pferd relativ selten. Kommt es allerdings zu einer Zurückhaltung der Nachgeburt bei einer Stute, ist ein relativ schnelles Handeln angesagt. Wenn die Nachgeburt nacheiner Stundenach der Geburt nicht abgegangen ist, spricht man von einer Nachgeburtsverhaltung. Nach spätestens zwei Stundensollte therapeutisch eingegriffen werden, denn nach sechsStundensteigt die Gefahr von Komplikationen, wie zum Beispiel der der Geburtsrehe. Eine Nachgeburtsverhaltung ist in den meisten Fällen gut zu erkennen, da Nachgeburtsreste bzw. die komplette Nachgeburt aus der Scheide heraushängen. Es sollte auf keinen Fall versucht werden diese durch Ziehen zu entfernen, da man die Nachgeburtdamit zum Abreißen bringt und die weitere Therapie erschwert. Es hat sich als hilfreich erwiesen die Nachgeburt (-sreste), mit einer Schnur hochzubinden oder
sogar mit Hilfe einer Wasserflasche zu beschweren. Damit wird der Lösevorgang in der Gebärmutter unterstützt. Trotz allem sollte man medikamentös Eingreifen und die Stute –am besten unter Klinikbedingungen –kontrolliert therapieren(unter anderem durch mehrmals tägliche Gebärmutterspülungen)sowieeine Reheprophylaxe einleiten.

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Geburtsüberwachung

In die Besamung einer Stute und die Aufrechterhaltung der Trächtigkeit werden mitunter viel Geld und Zeit gesteckt. Daher sollte nun das Risiko der folgenden Geburt so gering wie möglich gehalten werden. Die Stute hat mit 336 Tageneine sehr lange, aber auch sehr variable Trächtigkeitslänge (322-367 Tage). Es gilt den Geburtstermin daher so genau wie möglich einzugrenzen, um zum Zeitpunkt der Geburt bei eventuellen Problemen möglichst rasch und effizient eingreifen zu können. Die Geburt eines Fohlens läuft in der Regel sehr schnell, mitunter innerhalb weniger Minuten (15-20 Minuten) ab. Falls in dieser Zeit Geburtsstörungen stattfinden, ist das Fohlen extrem gefährdet und kann in der Regel nur durch sofortiges Eingreifen gerettet werden. Stuten, die schon mal mit einer Schwergeburt aufgefallen sind, Maidenstuten (Stuten, die zum ersten Mal ein Fohlen bekommen), Stuten mit Erkrankungen während der Trächtigkeit oder sehr wertvollen Stuten bieten wir die Möglichkeit der Geburtsüberwachung an. Mithilfe von Videoüberwachung, birth alarme (Geburtsmelder) und einer ständigen Notdienstbesetzung können wir den Zeitpunkt der Geburt Ihrer Stute optimal überwachen und gegebenenfalls Geburtshilfe leisten.

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